Wer im Sommer viel Zeit im Wald, im Garten oder beim Wandern verbringt, kennt das Problem: Zecken und stechende Insekten sind fast überall unterwegs. Die meisten Bisse und Stiche sind harmlos, wenn man richtig reagiert. Hier erfahren Sie, worauf es ankommt.
Zecke richtig entfernen
Eine Zecke sollte so schnell wie möglich entfernt werden. Am besten eignet sich dafür eine feine Zeckenzange oder ein flacher Zeckenentferner. Das Instrument möglichst nah an der Haut ansetzen, die Zecke fassen und mit gleichmässigem, sanftem Zug gerade nach oben herausziehen. Nicht drehen und nicht ruckartig ziehen, das erhöht das Risiko, dass Kopf oder Mundwerkzeuge abbrechen und in der Haut stecken bleiben. Den Körper der Zecke dabei nicht quetschen, das kann zusätzliche Krankheitserreger in die Wunde drücken. Nach dem Entfernen die Bissstelle sowie die Hände desinfizieren.
FSME und Borreliose im Blick behalten
Zecken können in der Schweiz zwei Krankheiten übertragen. FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) wird bereits beim Biss selbst übertragen, Borreliose meist erst nach längerer Saugzeit, weshalb schnelles Entfernen den Unterschied macht. Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt die FSME-Impfung mittlerweile für 25 der 26 Kantone (Ausnahme Tessin), für alle Personen ab drei Jahren, die sich regelmässig in Wald, Wiese oder Garten aufhalten. Ob eine Impfung sinnvoll ist, klärt man am besten mit der Hausärztin, dem Hausarzt oder in der Apotheke. Die Bissstelle nach der Entfernung noch einige Wochen beobachten: Eine sich ausbreitende, ringförmige Rötung (Wanderröte) oder grippeähnliche Beschwerden sind ein Grund, ärztlichen Rat einzuholen.
Insektenstiche: Wespen, Bienen und Mücken
Bei einem Stich hilft sofortiges Kühlen, etwa mit einem kalten, feuchten Tuch oder einer Kühlkompresse, das lindert Schwellung und Juckreiz. Bienen lassen den Stachel oft in der Haut zurück, dieser sollte vorsichtig mit einem Fingernagel oder einer Kartenkante herausgeschabt werden, statt ihn mit den Fingern oder einer Pinzette herauszudrücken, da sonst zusätzliches Gift in die Wunde gelangen kann. Ein Insektenstichpflaster oder ein kühlendes Gel lindert danach die Beschwerden zusätzlich.
Wann bei einem Stich Vorsicht geboten ist
Besondere Vorsicht gilt bei einem Stich im Mund oder Rachen, etwa nach dem Trinken aus einer offenen Dose oder Flasche im Freien. Die Schwellung kann hier die Atemwege einengen. In diesem Fall sofort den Notruf 144 wählen und von aussen kühlen, ein Eiswürfel zum Lutschen kann zusätzlich helfen, solange das Schlucken noch gut möglich ist. Ebenfalls sofort den Notruf wählen bei Anzeichen einer allergischen Reaktion: Hautausschlag oder Rötung, die sich über die Stichstelle hinaus ausbreitet, Schwellungen im Gesicht oder an den Lippen, Atembeschwerden, Schwindel oder Übelkeit. Ist eine Notfallspritze (Adrenalin-Autoinjektor) ärztlich verordnet und vorhanden, hilft man der betroffenen Person, diese anzuwenden.
Vorbeugen im Sommer
Im Wald oder im hohen Gras schützt lange, helle Kleidung, bei der die Hosenbeine in die Socken gesteckt werden, zusätzlich zu einem Insektenschutzmittel. Nach jedem Aufenthalt im Freien den Körper sorgfältig nach Zecken absuchen, besonders Kniekehlen, Leisten, Achseln und den Haaransatz, und bald danach duschen. Gegen Stiche hilft es, Essen und Getränke im Freien abzudecken, aus Flaschen und Dosen möglichst mit einem Trinkhalm zu trinken und auf stark parfümierte Pflegeprodukte zu verzichten.
Unser Tipp
Eine Zeckenzange oder ein flacher Zeckenentferner gehört griffbereit in jede Hosentasche, den Rucksack und die Hausapotheke. Ein Insektenstichpflaster ergänzt die Ausrüstung für unterwegs.


