Ein plötzlicher Herzstillstand kann jeden treffen, auch am Arbeitsplatz. In den ersten Minuten entscheidet oft nicht die Ausbildung der Anwesenden, sondern ob ein automatisierter externer Defibrillator, kurz AED, griffbereit ist. Viele Betriebe fragen sich, ob sich die Anschaffung lohnt und was dabei zu beachten ist.

Wie ein AED funktioniert

Ein automatisierter externer Defibrillator analysiert den Herzrhythmus der betroffenen Person selbstständig und gibt nur dann einen Elektroschock ab, wenn dieser tatsächlich nötig ist. Die Bedienung ist bewusst einfach gehalten: Nach dem Einschalten führt das Gerät per Sprachansage Schritt für Schritt durch den Ablauf, sodass auch ungeübte Ersthelferinnen und Ersthelfer es sicher anwenden können.

Ist ein AED im Betrieb Pflicht?

In der Schweiz besteht keine generelle gesetzliche Pflicht, einen Defibrillator im Betrieb bereitzuhalten. Die Suva hält dazu ausdrücklich fest, dass es zwar keine Defibrillator-Pflicht für Unternehmen gibt, vieles aber trotzdem für die Anschaffung spricht. Empfohlen wird ein AED besonders für Betriebe mit viel Publikumsverkehr oder vielen Mitarbeitenden, etwa in den Bereichen Rettungsdienste, öffentlicher Verkehr, Schulen, Einkaufszentren, Hotellerie, Gastronomie sowie bei Grossveranstaltungen.

Warum sich die Anschaffung trotzdem lohnt

Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Minute. Bis ein Rettungsdienst eintrifft, vergehen in der Schweiz häufig rund 10 bis 15 Minuten, Zeit, die ohne sofortige Herzdruckmassage und Defibrillation kaum zu überbrücken ist. Ein griffbereiter AED erhöht die Überlebenschance deutlich und zeigt Mitarbeitenden, Kundschaft und Besuchenden, dass Sicherheit im Betrieb ernst genommen wird.

Kosten im Überblick

Die Preise für AED-Geräte bewegen sich, je nach Modell und Hersteller, meist zwischen rund 1’500 und 2’600 CHF. Dazu kommen wiederkehrende Kosten für Elektroden und Batterien, die nach einigen Jahren beziehungsweise nach jedem Einsatz ersetzt werden müssen, sowie optional ein Aussen- oder Innenschrank zur sicheren, gut sichtbaren Aufbewahrung.

Was nach der Anschaffung wichtig ist

Ein AED allein genügt nicht. Die Suva empfiehlt, das Gerät fest in das betriebliche Notfallkonzept einzubinden: Mitarbeitende sollten wissen, wo es hängt und wie es funktioniert, im Idealfall ergänzt durch eine BLS-AED-Schulung. Dazu gehört auch eine regelmässige Kontrolle von Batterie und Elektroden, damit das Gerät im Ernstfall zuverlässig funktioniert.

Unser Tipp

Ein AED in einem gut sichtbaren Wandkasten im Eingangsbereich oder in der Nähe stark frequentierter Räume ist im Notfall am schnellsten griffbereit. Ergänzt durch eine regelmässige Schulung der Mitarbeitenden wird aus der Anschaffung ein wirksamer Baustein der betrieblichen Notfallvorsorge.