Kleine Verletzungen und Notfälle gehören zum Alltag, ob zu Hause, im Büro oder in der Freizeit. In den ersten Minuten entscheidet oft nicht das medizinische Fachwissen, sondern ob überhaupt jemand ruhig und richtig reagiert. Wer die wichtigsten Erste-Hilfe-Massnahmen kennt, kann in dieser Zeit viel bewirken. Hier die häufigsten Situationen und was jeweils zu tun ist.
Schnittwunden und kleinere Verletzungen
Kleine Schnitt- und Schürfwunden zuerst unter fliessendem, lauwarmem Wasser reinigen und mit einer sterilen Kompresse oder einem Pflaster abdecken. Bei stärkeren, tiefen oder stark blutenden Wunden die Wunde mit einer sauberen Kompresse abdecken, mit Druck stillen und ärztlich abklären lassen. Steckt ein Fremdkörper (z. B. Glassplitter) in der Wunde, diesen nicht selbst entfernen, sondern die Wunde locker abdecken und ärztlich versorgen lassen.
Verbrennungen richtig kühlen
Verbrennungen sofort mindestens 10 bis 15 Minuten mit lauwarmem (nicht eiskaltem) Wasser kühlen. Blasen nicht öffnen und keine Hausmittel wie Mehl oder Butter verwenden, da sie die Wunde zusätzlich reizen und die Behandlung erschweren können. Bei grösseren Verbrennungen oder Verbrennungen im Gesicht, an Händen oder Gelenken immer ärztliche Hilfe holen.
Nasenbluten
Oberkörper aufrecht halten, Kopf leicht nach vorne beugen (nicht in den Nacken legen) und die Nasenflügel für einige Minuten zusammendrücken. Hält die Blutung länger als 20 Minuten an oder tritt sie ohne erkennbaren Grund häufiger auf, ärztliche Hilfe aufsuchen.
Ohnmacht und Kreislaufprobleme
Die betroffene Person hinlegen und die Beine leicht erhöhen, für frische Luft sorgen und enge Kleidung öffnen. Bleibt die Person bewusstlos, in die stabile Seitenlage bringen, die Atmung kontrollieren und den Notruf 144 wählen.
Wann Sie den Notruf 144 oder 112 wählen sollten
Bei Bewusstlosigkeit, starken Blutungen, Verdacht auf Knochenbrüche, Atemnot oder wenn Sie sich unsicher sind: Zögern Sie nicht, den Rettungsdienst unter 144 oder die allgemeine Notrufnummer 112 zu kontaktieren. Im Zweifel lieber einmal zu oft anrufen. Die Fachpersonen am Telefon helfen Ihnen auch bei der Einschätzung der Lage.
Gut vorbereitet sein
Ein griffbereites, vollständiges Erste-Hilfe-Set gehört in jeden Haushalt. So haben Sie im Ernstfall alles Nötige sofort zur Hand, statt in der Aufregung erst suchen zu müssen.


